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Sport ist Mord

MEINE GESCHICHTE VON SPORT UND TOTSCHLAG

„Fass dich kurz in Blogs“, haben Sie gesagt. „Sei präzise und benutz nicht so viele Fachausdrücke!“. „Und lass diese verdammt langen Sätze einfach Mal sein, du Scheiß-Akademiker!!“. Hat ja gut geklappt, die Überschrift kurz, knackig und geil. Nur anders, weil lang, aber wenigstens mit RTL II reifen Catchhrases. Mehr Macht dem Bildungsbürgertum
Und mehr Macht mir, dem Markus! Sport und ich – eine lange Geschichte. Eine lange, zuweilen qualvolle Geschichte. Einige Unfälle, Pseudo-Herzinfarkte der Mutter und Jahre später bin ich nun bereit, mich meiner Angst zu stellen: dem Tod durch Sport.
1990 ging sie los, meine sportliche Reise durch das Universum. Viele Unfälle folgten, seien es Knochenbrüche, Sehnenrisse oder der typische Bleistift im Knie. Viele davon durch Sport, einige durch Missgeschick und Blödheit, nichtsdestotrotz liebe ich Sport in vielen Facetten bis heute. Auch wenn ich ihn manchmal nicht so ganz verstehe und ihn manchmal ein wenig hasse.

SPORTLICHE SEXKAPADEN

Mit Sport und mir ist es wie in einer schlechten Beziehung: Wir reden nicht über unsere Probleme, wir lösen sie durch Sex. Schlechten Sex. Und meine sportlichen „Sexkapaden“ schreibe ich hier hernieder, damit andere sich vielleicht auch damit identifizieren können oder einfach nur feststellen, dass die ein oder andere Schraube bei mir locker sein muss.
Dieser Blog wird also irgendwas mit Sport, Satire, Verletzungen und einem Schuss „mir“. Ein Potpourri an Anekdoten aus dem Sport gefüllt mit meiner impulsiven Person. Die Sprache wird zuweilen vulgär und die Fakten irrelevant.
Aber darum geht es in der Literatur doch, den Leser verwirren, bilden und dümmer machen zugleich. „Sport ist Mord“ und das ist Fakt.

VOM FLIEGEN UND FALSCHEN FAKTEN

Ich werde oft gefragt „Mensch, Markus, wie zur Hölle schafft man es eigentlich, sich einen Bleistift ins Knie zu rammen?“. Ganz einfach: Man ist dumm, jung und heißt Markus. Ich verstehe ehrlich nicht, was diese Frage soll. Es hätte jedem passieren können, ein Kartenspiel mit der rechten Hand locker lässig auf den Boden fallen zu lassen und dann wie Arjen Robben darüber fallend in der Bleistift-Dose zu landen.

Schema eines Bleistifts im Knie, Sport ist wirklich Mord
Eine schematische Darstellung, wie ein Bleistift im Knie eben aussieht – unglaublich!

Auch Arjen Robben ist nicht vom Himmel gefallen. Wobei so wie der fliegt irgendwie schon. Der Punkt ist, dass der Bleistift nun im Knie ist und Markus, stabile 7 Jahre, Mutti aus der Küche ruft. „Mama, kannst du mal bitte kommen?“ Das sind die Worte die mein jüngeres Ich ganz normal artikuliert. Als wäre nichts passiert. Mutter, die gerade spült, kommt also nichtsahnend, sieht das Malheur und kippt um. Bewusstlos.
Zum Glück war unsere Nachbarin Krankenschwester und die konnte mir helfen, nachdem ich rüber gerobbt war. Mutter war dann auch schon wieder wach, nur um fast nochmal zu kollabieren. Nun hieß es also endlich ab ins Krankenhaus und mein Gott, was war das schön da.
Neben der Tatsache, dass mir nun die erste OP ins Haus Stand hatte ich auch noch so einen witzigen Arzt. Der Stift musste rausgezogen werden das war klar. Örtliche Betäubung und los ging es.

OLÉ, OLÉ, OP, HERRJEMINE

Das Ganze kann man sich so vorstellen: Man wird so stark angeleuchtet, dass man nichts mehr sehen kann. Wäre ich pietätslos würde ich jetzt eine Lady Di-, Tunnel-, Paparazzi-, Autofahrer- und Paris-Referenz machen, mache ich aber nicht, dass entsteht alles im Kopf des Lesers. Und neben dieser temporären Erblindung hat man einen Chirurgen, der wohl auf dem Weg zum Stand-Up Comedian eine falsche Umleitung genommen hat.

Gaming-Parkinson - auch eSport ist Mord
Markus mit der Schockdiagnose Gaming Parkinson – mehr beim nächsten Mal zum Thema sportliche Höchsleistungen

Ich, völlig verängstigt, 7 Jahre mit Bleistift im Knie, bin also gefühlt mit Mario Barth im ausverkauften Olympiastadion in Berlin. Und die Spritze erst. Mein Gott, es konnte ja keine allerwelts Spritze sein, nein es musste die dickste und größte Kanüle der Welt sein. Die kam ohne Vaseline direkt ins Knie.
Szene des OP-Abends, die wohl noch bis heute in jedem Highlight-Film zu sehen ist, ist der Moment, indem der Chirurg den Stift herauszieht, sich zu mir umdreht und fragt „Na? Willste den vielleicht haben? Ist ein schöner blauer Stift!“. Währenddessen hat er ein schaurig schönes Lächeln aufgesetzt und zeigt mir den Blutüberströmten Stift.
„Danke nein, mir reicht‘s“, sagte ich. Und das denke ich gerade auch. Mir reicht’s mit der Geschichte. Und mir fällt auf, mit Verwirrung das klappt schon mal, schließlich ist das hier ein Sport-Satire-&-Ich-Blog, und diese Story kam dabei raus. Wobei Poker und Mau-Mau sind ja auch Sport. Frei nach dem Motto: „Alle Asse in der Hand, doch das Leben spielt Schach.“

 

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