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KatzenpapaPrivates Tohuwabohu

Karls Lieblingsspielzeug III

Karl auf Fotojagd

Tag 3 nachdem das immer noch Unfassbare passiert ist. Immer wieder ertappe ich mich dabei, wie ich durch die Wohnung blicke und eben doch hoffe, dass Karl noch da ist. Irgendwo versteckt, jetzt jeden Moment herausspringend. Alles hoffentlich nur ein böser Traum. Aber dem ist leider nicht so. Vielmehr werde ich mehr und mehr enttäuscht, je mehr ich diese Momente erlebe, in denen mich Karl eigentlich erwarten würde.

Dieses Gefühl der unglaublichen Leere und Trauer mischt sich heute aber phasenweise auch mit Dankbarkeit, überhaupt je einen Karl gehabt zu haben, sowie der Gewissheit, ihm mit dem Einschläfern das Bestmögliche getan zu haben. Schließlich war der letzte Monat hart. Es gab zwar sehr viele gute und unbelastete Momente, in denen alles gut war, doch zeugt meine Wohnung auch von den Ereignissen der letzten Woche.

Das große Aufräumen

Da meine Freundin Kasia am heutigen Tage nicht im Hause ist, habe ich mir vorgenommen, etwas aufzuräumen. Ich habe für Karls Memoiren extra einen Schuhkarton vorbereitet, sodass ich dort alles sammeln kann. Doch wie erwartet fällt es mir schwer. Immer wieder starre ich leer auf die Bezüge auf dem Sofa, unter denen er sich liebend gerne versteckt hielt, oder säubere noch Reste von Flecken, die durch sein Ausspeicheln an seinen letzten Tagen da sind. Alles ist plötzlich wieder da und doch alles so fern. Auch mein zweites Zimmer, in dem Karl sich immer wieder in seinen letzten Tagen zurückzog, weckt rege Erinnerungen an ihn. In diesem Zimmer halte ich es kaum aus, so viele negative Erinnerungen an sein Leiden weckt das Ganze.

Doch es gibt auch schöne Erinnerungs-Memorabilia, die ich für meinen Schuhkarton finde u.a. sein Schmusekissen oder, wie ich es nenne, Stinkekissen. Ein ganz einfaches kleines Kissen versehen mit Catnip, was geruchsmäßig in mir eigentlich direkt meinen Brechreiz ankitzelt, war eines seiner Lieblingsutensilien. Stundenlang wurde darauf rumgeleckt, gebissen oder sich einfach nur im Kissen gesuhlt. Im Anschluss ging es dann zu Papa, dem man freudig seinen Kopf an die Nase rieb, damit auch er roch, wie toll alles war.

Karl am "Hug Your Cat Day 2016"
Auch meine privaten Social-Media-Kanäle sind gespickt mit Erinnerungen an Karl

Unfaire Spielereien

Nur übertroffen wurde dieses Item von der Katzenangel. An einem langen Faden befestigt befinden sich falsche Vögel an einer elastischen Angelschnur. Das war absolut Karls Lieblingsspielzeug. Aber er spielte definitiv nicht fair! Statt nach dem Vogel zu schlagen und auf ihm herumzukauen, fing Karl diesen Vogel und versuchte sich durch die Schnur zu beißen, damit seine Beute auch seine Beute bleibt. Er hatte oft Erfolg, schließlich knotete ich die Angel mehrfach neu zusammen. Auch den Kratzbaum terrorisierte er ständig. An diesem befanden sich hängende Mäuse, die binnen 5 Minuten abgerissen und verschleppt wurden. Von diesen fehlt bis heute jede Spur.

So war er nun mal, mein Karl. Liebevoll, gerissen und manchmal doch der Wilde. Außerdem war er auch Meister im Becher umwerfen. Aber selbstredend nur, wenn Leckerchen darunter versteckt waren. So spurtete er durch die Wohnung alle von mir mühevoll aufgestellten Becher zu finden und boxte sie um. Eines der vielen Geräusche, die mir jetzt fehlen.

Hier geht es zu Tag 2 des Trauer-Tagebuchs.

Hier geht es zu Tag 4 des Trauer-Tagebuchs.

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