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KatzenpapaPrivates Tohuwabohu

Karl und die Geschichte der ersten Dinge II

Karl in neuer Umgebung

Tag 2: Karl ist seit nunmehr 24 Stunden nicht mehr bei uns. Es war zwar zu seinem Besten, trotzdem wird er schmerzlich vermisst. Überall, wo sonst ein Karl erwartet wird, ist er plötzlich nicht mehr da. Ehrlicherweise wurden diese Riten bereits in den letzten 2 Wochen immer seltener, in denen sein Zustand sich stets zu verschlechtern schien. Aber genug der Trauer-Floskeln stattdessen sollten wir Karls Leben Revue passieren lassen.

Von King zu Karl

Wie ich Karl in die Familie geholt habe, war mehr oder minder schon abenteuerlich. Angestoßen durch einen bloßen Kommentar meiner damaligen Freundin saß ich plötzlich da, in der Kinderaufzucht-Station für Katzen des Tierheims Aachen. Und als ich da war, gab es sogar nur noch eine Katze, welch‘ eine Auswahl! Ein Dutzend Katzen war klar zu sehen, wie es auf dem Boden oder gar auf mir entlang krabbelte, nur einer fehlte: King.

Dieser war am Tag zuvor kastriert worden und hatte alleine deswegen schon schlechte Laune. Zudem war kurz vor uns eine andere Familie  mit einem Kind, nennen wir es Rotzblag, da. Dieses Kind hatte es sich auserkoren, den kleinen King durch die Wohnung zu jagen und seine Mutter wirkte gar empört, dass der junge Kater ihren Sohn ganz leicht gekratzt hatte. Sie sagte uns im Wortlaut: „Ui, also mit King würde ich mir das gut überlegen. Der ist ein ganz, ganz Wilder!“ Das Denken sollte man den Pferden überlassen, die haben einen größeren Kopf. Das und Ähnliches waren meine Antworten, die nie ausgesprochen wurden.

Also nahmen wir diesen unbekannten Kater namens King. Die Suche, um ihn in sein Transportkörbchen zu packen, dauerte weitere 20 Minuten, doch dann sahen wir ihn zum ersten Mal, unseren Kalle. Denn King war in der Kaiserstadt Aachen einfach kein angemessener Name.

Tuffi und Karl – das erste Treffen

So ging es also mit Karl nach Hause. Zu seiner neuen Schwester Tuffi. Ich war ein wenig nervös, schließlich wusste ich nicht, ob und wie die zwei miteinander harmonieren würden. Und enttäuscht wurde mein angekratztes Nervenkostüm nicht. Als der Korb geöffnet war, blieb Karl erstmal eine gute Stunde in seinem Körbchen. Er spinste ab und an mal raus, aber ans Rauskommen war nicht zu denken. Und Tuffi bemerkte ihn nicht einmal.

Karls und Tuffis erste Nacht zusammen
Zum ersten Mal kuschelten meine beiden Katzen zusammen

Als er dann aber rauskam, ging es los: Eine Menge Faucherei von Tuffi, aber keine Handgreiflichkeiten. Nichtsdestotrotz hatte ich ein bisschen Angst um Karl. Schließlich wollte ich, dass er sich bei uns wohl fühlt. Von mir wollte er aber erstmal auch nichts wissen. Er versteckte sich konstant irgendwo.

Kleine Riten von einem großen Kater

Abends kam er dann aber ins Bett geschlichen und da wusste ich einfach, alles wird gut. Und so lebte Karl sich langsam ein und unsere Riten etablierten sich.

Wo auch immer sein Mensch hinging, Karl ging mit. Die Türe beim aufs Klo gehen nur angelehnt? Kein Problem Karl ist schon da! Majestätisch setzte er sich neben das Klo, auf dem sein Herrchen gerade etwaige Geschäfte verrichtete und blickte freudestrahlend herüber. 6 Uhr morgens?! Versuchen wir es mal mit liebevollen Kopfnüssen! Markus arbeitet oder spielt am PC? Dann leg ich mich mal auf den Schoß und schmeiße mich wie eine Banane gekrümmt in seine Arme.

Karl - Belagerer der Arme
Unverständlicherweise sein Lieblingsplatz. Sieht gar nicht so bequem aus!

Karl war ein guter Kater. Schmusebedürftig hoch 10, überall mittendrin statt nur dabei und gesprächig war er auch. Miau, miau, miau, den ganzen Tag. Diese kleinen Dinge machten ihn aus und machten mich verdammt glücklich.

Nervig war das hingegen nie, es war immer ein belebendes und Glücks stiftendes Element, was seit nunmehr 24 Stunden sehr fehlt. Auch wenn es zu seinem Besten war, es schmerzt. Nicht nur meiner Freundin und mir sondern auch seiner Schwester Tuffi.

Hier geht es zu Teil I des Trauer-Tagebuchs.

Hier geht es zu Teil III des Trauer-Tagebuchs.

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