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KatzenpapaPrivates Tohuwabohu

Eine Collage für Karl IV

Karl im Bett

Heute ist Sonntag, bereits 4 Tage ist mein Stinker weg. Auch wenn die Heulkrämpfe und tränenreichen Ausbrüche weniger werden, so ist sie doch immer da diese Leere in mir und diese zeitweise absolute Stille. Katze Tuffi gibt durch tolle Spiel- und Kuscheleinheiten alles, doch wir beide wissen, dass etwas fehlt.

Karl Collagen-Mann

Und bei mir bürgert sich eine gewisse Angst ein, Karl zu vergessen. Das klingt total abstrus, selbst für mich, der das hier gerade in die Tastatur hämmert, aber diese Angst ist real. Und so beschließe ich alle Fotos von Karl zu sichten, um eine Collage für ihn zu entwerfen. Um seiner zu Gedenken und ihn einfach nicht zu vergessen.

Laufwerk D ist voll gepackt mit Katzenfotos. Tausende werden gesichtet, um die 140 kommen in den Recall. Weitere Stationen, die für eine Fotoscouting anfallen, sind die Social-Media-Kanäle sowie WhatsApp und andere Messenger, auf denen man gerne mal das süße Foto für zwischendurch gepostet hat (wie in Teil III gesehen). Immer wieder kämpfe ich bei dieser Recherche mit den Tränen, doch sie gibt mir auch Kraft. Kraft zu sehen, wie viele tolle Momente Karl erleben durfte in seinem mit knapp 8 Jahren viel zu kurzen Leben. Es war eben doch nicht alles scheiße.

Ein Hoch und Runter der Gefühle

Ein Drittel meines Lebens lasse ich somit am Morgen Revue passieren. Es gibt viele Downs aber überraschenderweise auch viele Ups. Und Tuffi ist stets dabei: Tröstet Papa, wenn er wieder weinend am PC sitzt oder liegt überprüfend in seinem Schoß, ob er denn auch wirklich die besten Bilder aussucht und sie adäquat zusammenfügt. Schließlich vermisst auch sie ihren Bruder. Wenngleich es sich Karls Ende abgezeichnet hat. Dass er jetzt einfach weg ist, schmerzt auch ihr. Sie lässt es sich selten anmerken, denn sie ist eine starke Frau-Katze. Aber manchmal gibt es dann doch diese Momente. Diese Momente, in denen sie durch die Wohnung läuft und ihn sucht, zeitweise sogar nach ihm ruft. Aber dort ist niemand.

Karl und Tuffi
Ein Dreamteam auf und neben dem Bett

Ich widme ihr so viel Zeit ich eben kann, denn wir beide brauchen einander, um diesen Verlust zu überwinden. Alles ist furchtbar, doch ich hoffe, wir schaffen es. Die Collage braucht noch ein paar Tage Arbeit, ehe sie einen Ehrenplatz in der Wohnung finden kann, und Geld muss auch angespart werden. Schließlich waren die letzten Monate für einen Hartz-IV-Empfänger finanziell mit den laufenden Tierarzt-Rechnungen trotz Hilfe der Tod. Aber das war es wert. Wir mussten alles versuchen und das haben wir getan, wenn auch leider ohne Erfolg.

Hier zu Teil III des Trauer-Tagebuchs.

Hier geht es zu Teil V des Trauer-Tagebuchs.

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