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FußballSport ist Mord

Dembelé wohnt gleich beim Neymar um’s Eck

Neymar, der heilige von Brasilien

ODER: WAS KOSTET EIGENTLICH DIE WELT?

Spätsommer 2017. Die meisten in Deutschland denken noch wehmütig zurück an die heißen Sommertage, die es auch dieses Jahr wiedermal nicht gab. Statt Eisbechern gab es Regenschirme und statt Swimming-Pool hieß es eher Erkältungsbad. Wie gut, dass die diesjährige Transferperiode im Fußball-Geschäft wenigstens für Abhilfe sorgen konnte. Für stattliche 200(?) Millionen Euro wechselte Neymar vom ruhmreichen FC Barcelona zum Haupstadtklub Katars, Paris St. Germain. Ein richtiger Schnapper. Vergleichbar ist so ein Allzeit-Sparpreis nur mit einem Tablet von Aldi. Diese ominösen Medions.

„HALT, STOP, JETZT REDE ICH!“

Aber Moment mal hier geht es schließlich um Menschen. Christoph Kramer verglich einst das Ende seiner Ausleihe zu Borussia Mönchengladbachs und seiner anstehenden Rückkehr zum Leverkusen mit „modernem Menschenhandel“. Zumindest sei der Umgang so. Frech und unverblümt, dieser Christoph, ich mag ihn. Daran kann sich heute vermutlich keiner mehr erinnern. Er vermutlich auch nicht, nach dem ihm im WM-Finale ziemlich heftig auf den Kopf gegeben wurde.
Puh, da haben wir aber nochmal Glück gehabt. Kritik, sei sie noch so blöd, will ja heutzutage keiner mehr hören. Und Neymar kommt auch noch aus Brasilien, also dem Bereich, der ehemals als der globale Süden klassifiziert wurde. Das wäre politisch höchst brisant. Aber wenn wir eines gelernt und noch nicht vergessen haben, dann dass wir Menschen sher gut vergessen gelernt haben.

FINANCIAL FAILPLAY

Und dann gäbe es da ja eigentlich noch so einen Mechanismus wie das Financial Fairplay. Das wurde von der UEFA/FIFA?, diesem grundsympatischen Verein, eingeführt. Damit solle „eine internationale Benachteiligung“ verhindert und „finanzielle Nachhaltigkeit“ sichergestellt werden. Blatter wältzt sich danach noch kurz in Geldscheinen ehe er vor Lachen seinen Posten aufgeben musste. Die FIFA ist ja schließlich kein Karnevalsverein. Kamelle gibt es da zumindest keine.
Stattdessen gibt es ganzjährlich den Korruptionssimulator deluxe. Wie sonst gäbe es die WM in Katar? So wirklich an einen globalen Zusammenhalt und eine dieser „Chancen“ für den Fußball will ich nicht glauben. Aber mein Gott, warum werde ich gleich so hypokritisch. Olympische Winterspiele gab es ja bekanntermaßen auch schon in Hallen in Wüstenregionen. Das nennt man dann wohl going global. Und das wiederum ist modern. Da kann sich die nachbarliche Pferdemetzgerei ruhig mal ein paar Scheiben vom (Pferde-)braten abschneiden. So, damit wären wir die Vegetarier auch quitt.

NICHT VOM FLEISCH FALLEN, HERR NEYMAR

Aber was sind wir an dieser Stelle eigentlich so kritisch? Fußball refinanziert sich ja aktuell angeblich, weshalb solche Summen schon okay seien. Ich frage mich nur, wie man trotz dem Verkauf von Neymar die Transfermillionen des FC Barcelona für Dembele aufbringen konnte. Schließlich ist der katalanische Revolte-Club, der, wenn es mit dem Referendum so weiter geht, bald wortwörtlich in einer ganz eigenen Liga spielt, beim spanischen Staat in den Misen.
Und damit beim allgemeinen Bürger der Steuern zahlt. Das ist ungefähr genauso frech als würde ich jetzt dahin gehen, mir 20 € von dir leihen, die 3 Monate später immernoch nicht zurückgezahlt haben und auf die Frage, ob ich das Geld zurückzahlen könne, sage, dass es gerade schlecht ist. Währenddessen wedele ich genüsslich vor deiner Nase mit meinem neuen MacBook-Pro Superfly oder wie die Dinger heutzutage so heißen.

Dembele kam also für 120? Millionen Peseten, nein Euro und verkauft wurde Neymar für 220?. Ergo ein Gewinn von 100 Millionen Euro (abzüglich etwaiger Mittlerpauschale und sonstigen Handgeldern). Das kennt der Normalmensch ja auch, geht man für 50 € einkaufen und zack bezahlt man nochmal 50 € drauf, weil man so gut drauf ist. Aber was ist nun mit diesen etwa 100 Millionen € passiert? Wo sind die?

 

DIE Ü-EI-MÄDCHEN-RECHNUNG

Mal so zum Vergleich, damit es bildlich wird: Diese Summe entspricht etwa 100 Millionen Überraschungseiern(!). Spiel, Spaß und Schokolade gleich 100 Mal und ein Gefrimmel, was Kind und Eltern zur Weißglut treibt. Dann doch lieber gleich das Gelbe vom Ei mitessen. Diese 100 Million Überraschungseier sind jetzt MIA (missing in action um mal eine militärische Abkürzung einfließen zu lassen). Früher wären das sogar 200 Millionen Ü-Eier gewesen. Die gute alte Zeit eben.
Naja stattdessen geht Spanien halt lieber weiter auf den Ruin zu mit Staatsschulden noch und nöcher. Aber in der Not frisst der Bürger halt Tomaten. Schön direkt aus dem Gewächshaus. Und als Dessert gibt es Fußball am Wochenende, wo der Normalbürger bei den aktuellen Preisen gar nicht mehr hin kann.

 

WAS LERNEN WIR NUN DARAUS?

Die Schlüsse aus dem besagten sind ziemlich simpel: Neymar ist 220 Millionen Ü-Eier wert, Dembéle nur 120 Millionen. Die Differenz von 100 Millionen Ü-Eiern isst gerade Gerard Piqué mit Shakira auf, während er die katalanischen Rebellen dabei anführt, den Todesstern zu bauen. So, das ist logisch, das lob ich mir.

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